Das Angeln auf kleiner Brassen, sogenannte Skimmer, funktioniert mit den Tipps von Friedfischprofi Steffen Kirchner auch in der kalten Jahreszeit bestens.
Das Feederangeln auf kleine Brassen im Winter hat für mich einen besonderen Reiz, weil die Skimmer selbst in kalten Monaten aktiv bleiben und gezielt beangelt werden können. Während große Brassen bei sinkenden Temperaturen fast vollständig in Passivität verfallen, halten die kleineren Exemplare weiterhin Kontakt zum Futterplatz – wenn man weiß, wo man sie findet und wie man sie anspricht. Genau diese Mischung aus Ruhe, Präzision und Fachwissen macht für mich den Kern des Winter-Feederns aus.

Im Winter konzentriere ich mich auf tiefe, stabile Bereiche wie Gumpen, weiche Gewässerböden, windgeschützte Plätze oder sonnenzugewandte Uferseiten. In Kanälen suche ich gezielt an Spundwänden, Hafeneinfahrten oder Kurveninnenbereichen. Oft verraten Kleinfischschwärme das Vorkommen der Skimmer. Es ist ein gutes Gefühl, wenn man erkennt, dass man den richtigen Platz gewählt hat – denn im Winter entscheidet die Platzwahl mehr denn je über Erfolg oder Misserfolg.

Geräteseitig setze ich auf feine, aber funktionale Kombinationen: als leichte Feeder-Rute verwende ich unsere Caro Steel in 3,00m mit sensibler Spitze von 0,5 Onzen, eine 3000er Rolle und dünne Hauptschnüre 0.08mm wie unsere neues G8 Geflecht in der Farbe Aqua. Das Vorfach bleibt lang und fein, die Haken zierlich. Eine Freilaufmontage sorgt dafür, dass die Fische in ihrem vorsichtigen Winterverhalten keinerlei unnötigen Widerstand spüren. Kleine Körbe mit ausreichend Gewicht von 40 Gramm bringen Futter und Köder schnell zum Grund, was bei kaltem Wasser entscheidend ist.


Bei Ködern und Futter bevorzuge ich im Winter grundsätzlich kleine, tierische Varianten. Maden, Pinkies, zerkleinerte Würmer oder Mückenlarven bieten ein natürliches, dezentes Nahrungsbild, das gut zu den Bedürfnissen der Skimmer passt. Lebende und tote Köder teste ich regelmäßig gegeneinander, da die Fische je nach Tagesform sehr unterschiedlich reagieren. Das Futter selbst halte ich fein, dunkel, nährstoffarm und leicht erdig gestreckt. Dezente, natürliche Aromen reichen völlig aus, denn starke, süße Gerüche wirken im klaren Winterwasser eher abschreckend.

Taktisch arbeite ich mit einem ruhigen, gleichmäßigen Rhythmus. Einige Startkörbe, danach gezieltes Nachlegen in festen Abständen, ohne zu überfüttern. Gerade im Winter ist Präzision wichtiger als Menge. Das Arbeiten mit Clip und Timer hilft dabei, den Platz sauber aufzubauen und konstant zu halten. Wenn Bisse ausbleiben, verlängere ich die Pausen leicht – immer mit dem Ziel, ein unauffälliges, aber kontinuierliches Angebot zu schaffen.

Das Verhalten kleiner Brassen verlangt im Winter eine saubere Präsentation. Sie fressen häufig knapp über dem Grund, weshalb leicht schwebende oder sanft bewegte Köder oft den Ausschlag geben. Eine feine Partikelwolke kann den Platz zusätzlich beleben, solange sie nicht zu dominant ausfällt. Zu grobe Bestandteile oder starke Aromen hingegen können die vorsichtigen Winterfische leicht verschrecken.

Am Ende ist das Winterangeln auf Skimmer eine Kombination aus fachlicher Präzision, feinem Gerät und ruhiger Herangehensweise. Wer Köder, Futter, Taktik und Platzwahl sorgfältig aufeinander abstimmt, wird feststellen, dass die kleinen Brassen auch in der kalten Jahreszeit zuverlässig zu fangen sind. Für mich ist genau das der besondere Reiz dieses feinen, anspruchsvollen Angelns.
Petri Heil wünscht Steffen Kirchner

