FTM-Repräsentant und Feederexperte Steffen Kirchner konnte einen fast 13 Kilo schweren Schuppenkarpfen mit leichtem Feedertackle landen. Lesen Sie hier, mit welcher Technik und Taktik der Profi den großen Fisch fing.
Das Feederfischen im Herbst stellt Angler häufig vor besondere Herausforderungen. Sinkende Wassertemperaturen und veränderte Fressgewohnheiten können dazu führen, dass die Fische ihre Nahrung vorsichtiger aufnehmen und Bisse seltener werden. Um auf diese Bedingungen flexibel reagieren zu können, setze ich gerne auf zwei unterschiedliche Methoden: das klassische Feederfischen mit einem Drahtfutterkorb und das Methodfeederfischen mit einem Flatkorb, das ich gezielt einsetze, um größere Fische anzusprechen.

Für beide Methoden verwende ich die FTM Commercial Feeder 2 in einer Länge von 3,30 Metern. Ihre ausgeprägte parabolische Aktion sorgt für eine gleichmäßige Kraftübertragung während des Drills und hilft dabei, die Fluchten kampfstarker Fische abzufedern. Beim klassischen Feederfischen kommt eine FTM SLAVA 4000 zum Einsatz, während ich beim Methodfeeder auf unsere neue FTM DARK Runner 4500 mit Freilauffunktion vertraue. Als Hauptschnur verwende ich unsere neue monofile Feederschnur mit einem Durchmesser von 0,25 Millimetern. Diese Gerätekombination bietet mir eine solide Grundlage, um sowohl kleinere Friedfische als auch kräftige Karpfen sicher zu drillen.

Zu Beginn der Session zeigte sich jedoch, dass die Fische nur wenig Aktivität erkennen ließen. Mit dem klassischen Drahtfutterkorb und einem Rotwurm als Hakenköder konnte ich einige kleinere Brassen fangen. Weitere Bisse blieben zunächst aus, sodass sich der erhoffte Erfolg beim klassischen Feedern nicht einstellen wollte. Dennoch hielt ich an meiner Strategie fest und fischte weiterhin mit beiden Methoden, um unterschiedliche Köderpräsentationen anzubieten und die Chancen auf einen größeren Fisch zu erhöhen.

Beim Methodfeeder setzte ich auf einen gelb-orangen Wafter Dumbell, dessen auffällige Farbe einen deutlichen Kontrast zu meinem fischig ausgerichteten Futtermix bildete. Dieser bestand aus FTM Next Generation Halibut und FTM Master Green. Mit dieser Kombination wollte ich einen optisch gut erkennbaren Hakenköder präsentieren, der sich gleichzeitig geschmacklich in den Futteransatz einfügte. Gerade beim Methodfeeder ist die Abstimmung zwischen Futter, Hakenköder und Präsentation ein wichtiger Bestandteil der Angelei.

Als ich die Session bereits beenden wollte, kam schließlich der entscheidende Biss auf der Methodfeederrute. Schon beim Aufnehmen der Rute und dem anschließenden Anschlag spürte ich einen massiven Widerstand am anderen Ende der Schnur. Die erste kraftvolle Flucht in Richtung Gewässermitte ließ keinen Zweifel daran, dass ein großer Karpfen eingestiegen war. In diesem Moment musste sich die gesamte Gerätekombination bewähren. Die parabolische Aktion der Commercial Feeder 2 ermöglichte es mir, den Druck gleichmäßig aufzubauen und die Fluchten des Fisches kontrolliert abzufangen. Gleichzeitig bot die 0,25 Millimeter starke monofile Hauptschnur eine gewisse Dehnungsreserve, während ich die Bremskraft der DARK Runner 4500 an die Belastung im Drill anpasste.

Besonders anspruchsvoll wurde der Kampf, als der Karpfen in Ufernähe immer wieder Kraft sammelte und erneut in Richtung Gewässermitte flüchtete. Insgesamt sechsmal gelang es ihm, sich aus dem ufernahen Bereich zu lösen und den Drill zu verlängern. Nun waren Geduld, Konzentration und eine kontrollierte Drillführung gefragt. Ich musste den Fisch unter Druck halten, ohne die Montage durch eine zu hohe Belastung zu gefährden. Nach einem langen und kräftezehrenden Kampf konnte ich den Karpfen schließlich sicher über den Kescher führen.

Als ich den gewaltigen Schuppenkarpfen im Kescher liegen sah, war ich zunächst sprachlos. Mit einer Länge von 84 Zentimetern und einem Gewicht von 12,77 Kilogramm war dieser Fisch ein außergewöhnlicher Fang und zugleich der bislang härteste Praxistest für meine FTM Commercial Feeder 2. Die Rute überzeugte mit ihrer parabolischen Aktion, und auch die FTM DARK Runner 4500 bewährte sich während des gesamten Drills. Zusammen mit der neuen monofilen Feederschnur ergab sich eine Gerätekombination, die dieser Belastung standhielt.

Rückblickend zeigte diese Session eindrucksvoll, wie wichtig es ist, beim Feederfischen flexibel zu bleiben. Während das klassische Feedern mit Drahtfutterkorb und Rotwurm einige kleinere Brassen brachte, gelang der entscheidende Fang mit der Methodfeedermontage, dem auffälligen gelb-orangen Wafter Dumbell und dem fischigen Futtermix aus Next Generation Halibut und Master Green. Auch wenn sich daraus keine allgemeine Überlegenheit einer Methode ableiten lässt, war das Methodfeeder an diesem Tag eindeutig der erfolgreichere Ansatz für den Fang eines kapitalen Karpfens.

Besonders bemerkenswert war für mich der Zeitpunkt des Bisses, denn ausgerechnet beim Beenden der Session meldete sich die Methodfeederrute noch einmal mit voller Wucht. Dieser Fang hat mir erneut gezeigt, dass sich Geduld und Ausdauer beim Angeln auszahlen können. Der kraftvolle Drill, die zuverlässige Arbeit des Tackles und schließlich der massive Schuppenkarpfen mit seinen beeindruckenden Maßen machten diesen Angeltag zu einem Erlebnis, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ein besserer Auftakt in die Herbstsaison hätte für mich kaum sein können.
Petri Heil!
Steffen Kirchner

